Motorradhelme, von Integral bis Klapphelm
Ein Motorradhelm muss leise sein, fest sitzen und im Ernstfall schützen. Hier findest du Modelle für Tourer, Sportfahrer und Pendler, vom Integralhelm über den Klapphelm bis zum Adventure-Helm mit Sonnenschirm. Alle nach aktueller ECE 22.06, sind zB. Bell und IXS im Sortiment.

Welcher Helm passt zu deiner Fahrweise?
Ein Motorradhelm wird nach Einsatz gewählt, nicht nach Optik. Wer überwiegend Autobahn fährt und lange Touren macht, braucht einen Helm mit guter Belüftung, geringem Windgeräusch und Pinlock-Vorbereitung. Pendler im Stadtverkehr greifen oft zum Klapphelm, weil das Aufklappen an der Tankstelle und beim Brille-Auf-und-Absetzen spürbar Zeit spart. Sportfahrer auf der Landstraße bevorzugen den Integralhelm mit aerodynamischer Schale und schmalem Visier-Ausschnitt. Für Reise-Enduro mit Schotter-Anteil ist die ADV / Crossover-Bauart mit Sonnenschirm und Visier die stimmigste Wahl, dazu passen Motorradjacke und Motorradstiefel mit Membran. Wer im Sommer nur kurze Stadtstrecken bei niedrigem Tempo fährt, kann mit einem Jet Helm leben. Mehr als das traut sich diese Bauart aber nicht zu.
Drei Bauarten, drei verschiedene Stärken
Drei Bauarten decken den Großteil der Straßeneinsätze ab. Sie unterscheiden sich nicht nur in der Form, sondern in der Schutzwirkung und im Alltagsnutzen. Ein Integralhelm bietet die höchste Steifigkeit, ein Klapphelm den größten Komfort, modulare Crossover-Helme einen Mix aus beidem.
| Bauart | Für wen | Besonderheit |
|---|---|---|
| Integralhelm | Sportfahrer, Tourer mit Anspruch auf maximalen Schutz | Geschlossene Schale aus einem Stück, beste Steifigkeit, leiseste Bauart bei guter Aerodynamik |
| Klapphelm | Pendler, Brillenträger, Reise-Fahrer mit Bart | Kinnbügel hochklappbar, an der Tankstelle nicht absetzen müssen, etwas schwerer als ein Integral |
| Modular / Adventure | Reise-Enduro, GS-Fahrer, Mischbetrieb | Mit Sonnenschirm und ggf. abnehmbarem Kinnbügel, höhere Windangriffsfläche |
Der wichtigste Aufkleber im Inneren ist die ECE 22.06. Seit Juni 2023 wird ausschließlich nach dieser Norm produziert, sie prüft schräge Aufprälle und Rotationskräfte, was die alte 22.05 nicht abdeckte. Einen alten 22.05-Helm darfst du weiter tragen, der Neukauf eines solchen ist 2026 aber nicht mehr sinnvoll. Wer den Helm öfter trägt, achtet zusätzlich auf Pinlock-Vorbereitung gegen Beschlag und auf eine integrierte Sonnenblende.
Größe finden ohne Rückversand-Drama
Maßband um den Kopf, locker oberhalb der Augenbrauen, größter Umfang in Zentimetern. Diesen Wert mit der Größentabelle des Herstellers abgleichen, denn zwischen zwei Marken können bei gleicher Bezeichnung schnell ein bis zwei Zentimeter Unterschied liegen. Ein neuer Helm sitzt absichtlich straff. Beim Schütteln darf er nicht mit dem Kopf wandern, und wenn du auf die Wangenpolster drückst, müssen sie deutlich Widerstand leisten. Drückt der Helm nach einer halben Stunde an der Stirn, stimmt die Kopfform nicht. Daran ändert auch eine andere Größe nichts, dann gehört eine andere Marke probiert.
Häufige Fragen zu Motorradhelmen
Was bedeutet ECE 22.06 und brauche ich den Helm wirklich?
ECE 22.06 ist die seit Juni 2023 verpflichtende Produktionsnorm für neue Motorradhelme. Sie prüft schräge Aufprälle, Rotationsbelastung und einen breiteren Visier-Bereich. Helme nach der älteren 22.05 dürfen privat weiter getragen werden, der Neukauf eines 22.05-Helms ergibt 2026 trotzdem keinen Sinn, weil das Sortiment beim Händler ohnehin auf 22.06 umgestellt ist.
Integralhelm oder Klapphelm, was ist sicherer?
Integralhelme sind im Schnitt steifer, weil die Schale aus einem Stück besteht. Moderne Klapphelme sind gut konstruiert und nach 22.06 zertifiziert, das Klappgelenk bleibt aber die Stelle, die der Hersteller technisch sauber lösen muss. Wer ausschließlich Wert auf maximale Schutzwirkung legt, fährt Integral. Wer den Komfort an der Tankstelle und beim Brille-Auf-und-Absetzen mehr schätzt, kann mit gutem Gewissen zum Klapphelm greifen.
Wie lange hält ein Motorradhelm?
Die meisten Hersteller nennen fünf bis sieben Jahre ab Produktionsdatum als Faustregel. Entscheidend ist nicht das Alter im Schrank, sondern wie der Helm gelagert wurde und wie viele Sonnenstunden er gesehen hat. Ein Helm, der jahrelang im heißen Auto-Kofferraum lag, ist früher reif als einer, der trocken im Schrank stand. Bei einem harten Aufprall: tauschen, auch wenn von außen nichts zu sehen ist.
Was ist Pinlock und brauche ich das?
Pinlock ist eine zweite Innenscheibe, die am Visier befestigt wird und Beschlag verhindert. Bei Regenfahrten und kalten Morgenstunden macht das den Unterschied zwischen sicherem Sichtfeld und ständigem Visier-Aufstellen. Ein Helm sollte „Pinlock-vorbereitet" sein, dann kann die Innenscheibe nachgerüstet werden.
Welche Helmgröße bei zwei verfügbaren Größen?
Im Zweifel die straffer sitzende. Ein zu loser Helm wird auch nach der Eingewöhnung nicht enger.
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